Martin und ich haben schon vor Monaten dieses Wochenende reserviert. Einfach ein WE im Freien, war das Ziel.
Als der Termin näher rückt, haben wir noch keine Idee. So werfen wir uns gegenseitig per WhatsApp Touren um die Ohren :-).
Hängen bleibt dann die Tour über den Panixerpass. Wir können nicht behaupten, dass wir schnell sind. Aber effizient.
Details zur Tour besprechen wir am Do. vor der Tour, für Besorgungen bleibt uns also nur noch der Freitag ;-).
Ich bin bei Straubs zum Abendessen eingeladen. Carmen hat wie immer fein gekocht - D A N K E E E - war wieder mege lecker.
Dann besprechen wir das Wetter, die Anfahrt, die Marschroute, was wir an Esswaren und Gepäck mitnehmen usw.
So kommt es, dass mich Straub heute um 06:40h, mit dem Wagen zuhause abholt. Zusammen fahren wir dann mit dem Auto nach Ziegelbrücke. Von hier gehts dann mit dem Zug nach Schwanden. Der Zug
ist voll. Wir machen uns Sorgen.
In Schwanden, das selbe Bild im Bus nach Elm. Der Bus ist voll mit Gruppen.
Ich mache mir Sorgen, weil ich weiss, in der Hütte auf dem Panixerpass hat es nur eine beschränkte Anzahl Plätze. Reservieren kann man nicht, weil die Hütte nicht bewirtet ist.
Doch, uff, bevor wir am Ziel sind, ist der Bus fast leer.
Kurz vor dem Waffen-, Panzerschiessplatz "Wichlen" steigen wir aus. Um 9h geht es los. Auf dem Wegweiser steht 3 3/4 bis zum Pass.
Uns überholen noch ein paar PW's die direkt unter dem "Einstieg" parken und loslaufen.
Sht... ich mache mir wirklich Sorgen, dass die Hütte überfüllt ist. Und ich mit Hüttenausrüstung und ohne Penntüte, vor der Hütte schlafen muss.
Während Martin noch eine Stange in die Ecke stellt und Fotos schiesst, laufe ich los. Vermeintlich langsam, doch Martin kommt und kommt nicht.
Vor uns auf dem Weg sehe ich verschiedene Gruppen am hochlaufen. Ca. 10 Personen.
Als ich zum ersten Mal zurück schaue, sehe ich Martin weit unten... sht... das kann doch gar nicht sein. So schnell laufe ich doch gar nicht. Doch in Anbetracht der vielen Wanderer vor uns, kann
ich auch nicht einfach warten.
Trotz der Bedenken, geniesse ich den Aufstieg in vollen Zügen. Es ist eine Berglandschaft wie ich sie liebe. Hoch über der Baumgrenze. Nur noch nackte, abweisende Felsen und karge Matten.
Die ersten 2/3 der Tour wandern wir im Schatten.
Die erste Pause mache ich zum 1. Mal an der Sonne. Denn im Schatten ist es nicht nur kühl, sonder der älteste Glarner bläst uns um die Ohren. Der Föhn.
Ich weiss gar nicht was mir mehr zu schaffen macht, der Anstieg oder der extreme Gegenwind.
Vor der Pause habe ich das 1. Pärchen überholt. Es geht weiter, ich bin überrascht wie easy mir der Aufstieg fällt.
Das Atmen fällt leicht und es geht locker ein Schritt vor den Andern.
Martin ist noch immer weit unten. Doch ich muss vor allen andern oben sein. Koste es was es wolle :-).
Auf der Höhe des Häxenseelis, sehe ich den letzten steilen Anstieg zum Pass. Hier überhole ich dann auch die grössere Gruppe von 6 Wanderern.
Nach 3 1/4h, um 12:30h bin ich bei der Hütte. Jeah.. ich bin der 1. und reserviere schon mal zwei Plätze für Martin und mich.
Wow... Geschafft. Locker. Wie cool ist das denn. Ich freue mich RIESIG und die Sorge um den Platz von meinen Schultern gefallen.
Doch nun kann ich mich mal um Martin kümmern und laufe ihm entegen, um zu sehen, ob ich ihm etwas abnehmen könne.
Als ich bei ihm bin, rutschen im gerade die Wanderhosen in die Knie. In Unterhosen steht er vor mir :-).
Die andern trudeln auch nah dis nah ein. Doch die wollen gar nicht in die Hütte, sondern weiter über den Pass nach Waltensburg.
Doch als Martin dann auch hier ist, kommt noch die Familie, welche mit dem Auto angefahren war. Sechs Personen.
Gegen Abend sollten dann noch mehr Leute kommen und am Schluss war die Hütte so voll, dass einer doch lieber draussen schlief. Meine Befürchtungen waren also doch nicht ganz
unbegründet.
Martin und ich geniessen nun den Moment. Trinken und Essen was und fläzen an der Sonne.
Um ca. 15h haben wir genug geruht und sind ready für weitere Taten. Ein Einheimischer hat uns die Gegend erklärt.
Uns die Reste eines Gletschers gezeigt, welchen er noch gesehen hat.
Auf alle Fälle, Richtung Rotstock würde ein schöner Bergesee liegen, vielleicht 3/4h von der Hütte.
Also machen wir uns auf den Weg. Das Laufen fällt und leicht. Ohne Rucksack und ohne Platzsorgen läuft es sich richtig beschwingt. Ab hier wird der Weg weiss/blau/weiss. Doch er ist einfach zu
gehen und es ist traumhaft.
Oben beim See zieht es uns noch weiter, bis zur Krete. Die Aussicht hier ist phänomenal. Wir sehen weit ins Bünderland, schneebedeckte Berge. Hier könnten wir verweilen, wenn dieser
vermaltedeite, alte Glarner nicht wäre...
Und da das Ziel, der Rotstock schon so nah ist, erklimmen wir den auch noch. Geschafft, ganz oben. Was für ein tolles Gefühl.
Martin und ich sind happy, freuen uns und geniessen den Moment, die tolle Aussicht.
Doch nun ist es an der Zeit wieder hinunter zur Hütte zu gehen. Da ich zum abtreten noch kurz austreten muss, ziehe ich mich in die Felsen zurück. Und irgendwie verlieren wir uns aus den Augen.
So wandert jeder für sich zur Hütte zurück.
Martin nahm einen andern Weg. Doch nach ca. der Hälfte des Wegs fanden wir wieder zusammen.
In der Hütte sind die andern bereits am Holz und Feuer machen. Heisses Wasser, Nudeln, Sauce.
Martin hat ein Curry- Fertig- Gericht und ich eine Büchse Chilli con Carne... man ich habe nicht an die Bohnen gedacht.
Ups... hoffe die Wind- Party geht am Abend und in der Nacht nicht weiter ;-)
Als die Andern fertig sind, kocht Martin zuerst sein Curry und ich mache mir ein belegtes Brot.
Während Martin sein heisse Curry vor der Hütte isst, koche ich mein Chilli. Zum Glück habe ich Reisegewürz dabei :-).
So kann ich Chilli noch etwas pimpen. Mit Curry, Pfeffer, Paprika und etwas Salz... schön scharf und lecker.
Martin hilft noch etwas beim Fertigessen ;-)
Zum Dessert hat Martin Beutelkaffee dabei und als Süsses geniessen wir je einen Ovo- Riegel.
Dies geniessen wir im Abendlicht vor der Hütte. Wow mega.
Doch es wird langsam kalt. Wir ziehen uns in die Hütte zurück.
Am Esstisch in der Küche sitzt nur noch das französisch sprechende Pärchen. Die Familie hat sich bereits in die Schlafsäcke zurück gezogen.
Martin und ich trinken noch einen Tee und spielen ein paar Runden Backgammon auf meinem iPhone.
Mittlerweile ist es draussen stockdunkel und in der Hütte ist es dunkel und ruhig.
Wir sind uns ander Hüttenparty "gewohnt". Auf alle Fälle sind wir überrascht und gehen auch ins Bett.
Es ist aber erst 21h. Schlafen kann ich noch nicht. Und surfen im Internet kann man auch nicht, da es hier oben keinen Empfang hat.
So schlüpfe ich unter meine Decke, richte mich bequem ein und sehe ich mir ein paar heruntergeladene SRF- Dokumentationen auf dem Handy an.
So wird auch Mitternacht. Doch irgendwann finde dann auch ich meinen Schlaf.
So geht ein megatoller Tag zu Ende. Danke Straub, min Fründ. Ein weiteres gemeinsames Abenteuer auf unser Liste.
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