Tim und Struppi (im französischsprachigen Original Les aventures de Tintin) ist eine der bekanntesten und bedeutendsten europäischen Comicserien. Der Belgier Hergé (1907–1983) schrieb und zeichnete die humoristischen Abenteuercomics von 1929 bis zum Ende seines Lebens. Der Held der Geschichten ist der junge belgische Reporter Tim (französisch Tintin), der um die ganze Welt reist und in Abenteuergeschichten verwickelt wird. Die Comicfigur wurde am 10. Januar 1929 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt entstanden 24 Comic-Alben. Den geplanten Band 25 Tim und die Alpha-Kunst konnte Hergé bis zu seinem Tod nicht mehr fertigstellen. Die Serie inspirierte viele Künstler, darunter den Regisseur Steven Spielberg und den Maler Andy Warhol. Fachleute, die sich ausführlich mit diesem Comic beschäftigen, werden nach dem belgischen Originaltitel der Serie Tintinologen genannt.
Die Geschichten sind hauptsächlich Abenteuergeschichten, manche haben Fantasy- und Science-Fiction-Elemente, andere sind politische Kommentare. Hergé gab das damalige bürgerliche Weltbild vor allem in den ersten Bänden unkritisch wieder. Besonders Tim im Kongo wird aufgrund seines unverhohlenen Rassismus und Kolonialismus stark kritisiert. In späteren Bänden, besonders ab Der Blaue Lotos, hat sich Hergé bemüht, andere Kulturen differenziert darzustellen.
| Band | Titel | Jahr | gekauft |
| 0 | Tim im Lander der Sowjets | 1929 | ja |
| 1 | Tim im Kongo | 1930 | ja |
| 2 | Tim in Amerika | 1931 | ja |
| 3 | Die Zigarren des Pharaos | 1932 | ja |
| 4 | Der Blaue Lotus | 1934 | ja |
| 5 | Der Arumbaya- Fetisch | 1935 | ja |
| 6 | Die schwarze Insel | 1937 | ja |
| 7 | König Ottokars Zepter | 1938 | ja |
| 8 | Die Krabbe mit den goldenen Scheren | 1940 | ja |
| 9 | Der geheimnisvolle Stern | 1942 | ja |
| 10 | Das Geheimnis der "Einhorn" | 1943 | ja |
| 11 | Der Schatz Rackhams des Roten | 1944 | ja |
| 12 | Die sieben Kristallkugeln | 1947 | ja |
| 13 | Der Sonnentempel | 1949 | ja |
| 14 | Im Reiche des Schwarzen Goldes | 1950 | ja |
| 15 | Reiseziel Mond | 1954 | ja |
| 16 | Schritte auf dem Mond | 1952 | ja |
| 17 | Der Fall Bienlein | 1956 | ja |
| 18 | Kohle an Bord | 1958 | ja |
| 19 | Tim in Tibet | 1960 | ja |
| 20 | Die Juwelen der Sängerin | 1963 | ja |
| 21 | Flug 714 nach Sydney | 1968 | ja |
| 22 | Tim und die Picaros | 1976 | ja |
| 23 | Tim und der Haifischsee | 1973 | ja |
| 24 | Tim und die Alpha-Kunst (französischer Originaltitel: Tintin et l’Alph-Art) ist das letzte und unvollendet gebliebene Comicalbum aus der Reihe Tim und Struppi, an dem der belgische Autor Hergé bis zu seinem Tod 1983 gearbeitet hat. Die Schwarzweißskizzen erschienen erstmals 1986 bei Casterman in Zusammenarbeit mit der Hergé-Stiftung. | 1983 | nein |
Es sind die verrückten Nebenfiguren, die dem Kosmos von Tim und Struppi so reich machen.
Vor allem Kapitän Haddock entzückt die Leser. Als echter Seebär kennt er natürlich zahlreiche Worte, um sich Gehör zu verschaffen. Eine Fibel zum Auswendiglernen.
Im Band „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ trat 1940 zum ersten Mal Kapitän Haddock auf.
Erst im letzten Band „Tim und die Picaros“ erhält er einen Vornamen: Archibald.
Haddock ist anfangs ein schlimmer Säufer, und er führt mit belesener Weltläufigkeit in die Kunst des Fluchens ein.
Hier eine Auswahl seiner Schimpfworte:
Schurken! Schufte! Schlafmützen! Schwarzfüße! Troglodyten! Feuerfresser! Hausierer! Ikonoklasten! Schnapphähne! Süßwassermatrosen! Hatschi-Bratschis! Bahnhofspenner! Barbaren! Anthropophagen! Menschenräuber! Technokrat! Vegetarier! Spitzbube! Sklavenhalter! Schubiak! Anthropopitheken! Rabenaas! Hagel und Granaten! Söldnerseelen!
Affenschwänze! Affenmensch! Saufeule! Pedant! Knastologe! Duckmäuser! Pfeffersäcke! Intriganten! Teppichhändler! Azteken! Meerkatzen! Luder! Galgenstricke! Höllenbratschen! Strauchdiebe! Fatzke! Schweißfußindianer! Hungerleider! Mameluck! Neandertaler! Wasserkopf! Kartoffelkäfer! Kleptomane! Diplodokus! Vampir! Kürbisgeist! Anachronismus! Flaschenteufel! Hominide! Quartalssäufer!
Oder auch: Krrtchmvrtz! Und: Mrkrpxzkrmtfrz!
Und natürlich der wichtigste Ausruf von allen: Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!
Als der Regisseur Wim Wenders 1987 nach Tim und Struppi befragt wurde, gab er folgende Antwort:
„Ich denke an Haddock. Für mich ist er ein Kumpel. Ich verstehe ihn besser als Tim.
Ich sage sogar: Ich verstehe ihn viel besser. Hunderttausend heulende Höllenhunde!"
Übersetzung, Bedeutung einzelner Fluchwörter :-)
| Anachronismus! | falsche zeitliche Einordnung von Personen, Gegenständen oder Ereignissen in einen historischen Kontext |
| Anthropophagen! | Menschenfresser |
| Anthropopitheken! | geisteswissenschaftliche Weltanschauung |
| Diplodokus! | „Doppelbalken“, nach der Struktur seiner Schwanzwirbel) war ein riesiger, pflanzenfressender Sauropoden-Dinosaurier |
| Fatzke! | Begriff für einen eitlen, arroganten, aufgeblasenen oder wichtigtuerischen Menschen |
| Hominide! | Menschenaffen |
| Ikonoklasten! | Bilderstürmer oder Bilderverehrer, die religiöse oder kulturelle Bilder zerstören |
| Mameluck! | Sklave |
| Schnapphähne! | Berittene Wegelagerer, Straßenräuber, Raubritter oder Freischärler. |
| Schubiak! | niederträchtiget, schäbiger oder zerlumpter Mensch |
| Troglodyten! | Menschen, die in Höhlen, Felswohnungen oder unterirdischen Bauten leben |