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Panixerpass II/II (Rotstock)

Wir schlafen aus. Auch wenn ich nicht so gut geschlafen habe und um 3h zum Pinkeln in die Kälte musste, war ich um 8h gut erholt.
Die Pritschen hatten zwar Matten, doch die waren eher dünn. Wobei, so schlecht war's auch nicht. 

Zum Frühstück gab's wieder Martins Beutelkaffee, Brot, Käse, Bündnerfleisch und Salami.
Die Andern waren bereits draussen und ready to go. So blieb es an Martin und mir, die Hütte schneesicher zu machen.
Gestern habe ich die Hütte eröffnet und heute halt geschlossen. D.h. alle Fenster, Läden und Türen schliessen.
Der Wetterbericht für heute Abend und vor allem Morgen und die nächste Woche sind alles Andere als einladend.

Als ich die Hütte geschlossen hatte, kam mir in den Sinn, dass sich doch noch jemand mit einer Matte nach draussen verzogen hat. Und diese Matte war noch nicht wieder in der Hütte?
Martin sah den Typen am Abend zuvor, wo dieser sein Lager zwischen schützenden Felsen aufgeschlagen hat. 
D.h. wir mussten kurz nachsehen, ob die Matte dort noch irgendwo liegt. Doch als wir dort ankommen, liegt dieser noch gemütlich auf dem Mätteli. Denke, der wird dieses dann noch in die Hütte bringen.
So ist es ca. 9h als wir uns auf den Abstieg machen.

Es windet noch immer und die Sonne verschwindet immer mal wieder hinter Wolkenschwaden. Noch nicht bedrohlich, aber so, dass man sich nicht vorstellen will, wie es heute Nacht hier oben zu und eher geht.
Der Weg ist bergig aber gut. Bis auf eine ungemütliche, steile Schieferpassage die nicht wirklich Spass macht zum Laufen.
Ausrutschen wäre wahrscheinlich nicht tödlich, doch unbeschadet käme man nicht davon.

Danach geht es weiter über tiefe Schluchten, schmale Passagen und immer, weit unten der Panixersee und Panix.
Nach ca. 2h haben wir den anspruchsvollsten Teil hinter und vor uns liegt die Baumgrenze und normale Bergwanderwege.
Hier machen wir eine Pause und als wir loslaufen sehen wir unter uns noch ein Munggen- Familie herumtollen.

Bezüglich normaler Bergweg... was heisst "gelb/rot". Ein schmaler Pfad, der von Kuhhufen durchlöchert ist. Ganz einfach zu laufen ist der nicht. Denke, da ging vor kurzem der Alpabzug durch.
Auf dem Pfad liegen hunderte von Tannzapfen, Martin rutsch auf einer fast aus: ufpassä Straub ;-)
Dann wieder ist der Weg durch umgestürzte Tannen versperrt.
Dafür führt er wieder vorbei an hohen Wasserfällen. Richtig schön.

Um 13:30h sind wir am 1. Ziel. In Panix. Hier gönnen wir uns eine heisse Gerstensuppe und ich mir ein Bier.
Wie besprechen wie wir nun weiter gehen.
Ein Bus nach Rueun fahrt erst in ca. 3h. Was machen wir hier so lange?
So entschliessen wir uns, den Rest nach Rueun auch noch zu laufen. Wenn wir schon mal hier sind.
Ausserdem würde mich Martin bei Esther verpfeifen, wenn ich hier auf den Bus warten würde... so gemein.

So machen wir uns auf den Weg. Die ersten Meter sind noch auf der Strasse, doch dann biegt der Wanderweg links weg in den Wald. Ab hier geht es zuerst einmal ein paar steile, hundert Meter, wieder hinauf. Nicht schon wieder. Wir dachten, den strengsten Teil hätten wir hinter uns...
Unterwegs kommt uns eine Mountainbikerin entgegen.
Sie will noch heute auf den Panixerpass... na denn, wir machen sie noch auf die schwierige Schieferpassage aufmerksam und das aufziehende, schlechte Wetter. Doch sie lässt sich nicht aufhalten. Da kann ich nur sagen "Good luck".
Wobei sie schon den Eindruck machte, als würde sie wissen was sie tut. 

So, bald haben wir den höchsten Punkt auf unserem Abstieg erreicht. Machen nochmals eine Pause auf einem Bänkli.
Ab hier soll es noch 1 1/2 zum Bahnhof sein. Und genau in 1 1/2 fährt der Zug.
Martin meint noch, das schaffen wir locker.
Also packe ich mein Zeugs und will los laufen. Doch Martin ist noch am Essen und will ein paar Fotos machen.
Er komme gleich... na denn, ich laufe mal los. Er wird dann schon nach kommen.

Doch nach 30 Min. noch immer kein Martin. Dafür ein Anruf von ihm, wo ich denn sei. Er renne wie ein Verrückter, aber von mir sei keine Spur... ich weiss auch nicht :-).
Aber ich laufe etwas langsamer. In der Hälfte sehe ich Martin dann ca. 100m hinter mir und denke, so jetzt hat er mich dann bald.
Ich laufe weiter und als ich mich umsehe, von Martin wieder keine Spur. Wie geht denn das?
Diesmal rufe ich ihn an... 

Er hätte den Wanderweg genommen, wo ich denn bleibe? Hä, den habe ich gar nicht gesehen als ich auf die Strasse eingebogen bin, auf welche der Wanderwegweiser gezeigt hat. Und immer hielt ich Ausschau nach dem bequemen Wanderweg. Denn das Laufen auf dem Teer mach keinen Spass.
So verabreden wir, dass wir uns unten im Dorf treffen. Wieder haben wir uns aus den Augen verloren, aber auch wieder gefunden. 
Zusammen sind wir dann die letzten Meter zum Bahnhof gelaufen. Wir waren fast 1/2 Stunde zu früh am Bhf :-).

Mit dem Zug ging es dann durch die berühmte Vorderrhein- Schlucht bei Ilanz, nach Chur.
Von hier nach Ziegelbrücke und mit dem Auto dann nach Hause, nach Elgg. Ziemlich genau um 20h sind wir wieder zuhause.

Wow Straub. Was für ein cooles Weekend. Wie zu unseren besten Jahren :-) DANKE.
Hoffentlich auf viele weitere Abenteuer. Das nächste Mal einfach nicht an einem WE, wo unser Chiäri einen Auftritt hat ;-).

Km gelaufen

16.9

Höhenmeter

2355

Anzahl Schritte

29412

Link auf die Tour


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Kommentare: 1
  • #1

    Martin Straub (Freitag, 26 September 2025 11:33)

    Ja genau, Godi, Du hast unsere 2-Tageswanderung perfekt festgehalten.
    Was für ein Wochenende!
    Trotz Eiltempo, Orkanböen und Schieferpassage war es eine mega abwechslungsreiche und beeindruckende Tour, Murmeli, Wasserfälle, Verlaufen & Wiederfinden inklusive �.
    Hat sich echt angefühlt wie früher, auch wenn’s mittlerweile ein bisschen mehr zwickt… �
    Danke dir für alles, das schreit nach Wiederholung!
    Und wie du sagst, das nächste mal einfach nicht grad am Chiäreli-Konzert.